Freitag, 7. September 2012

Keine wunderbare Welt

So... nun schreibe ich mich einmal richtig aus.
Nein, dieser Blog sind keine "Wunderbare Welten" und deprimierend. Es sind eher deprimierende Welten. Weswegen sie wohl sich in Schweigen hüllen und nur beobachtet werden von den wenigsten.
Sie haben nichts zu bieten. Das ist mir klar. Und was soll ich tun? Heucheln und sagen wie schön die Dinge sind? Oh ja, viele Dinge sind es und meinen Plan führe ich nach besten Willen aus, um aus diesen Welten wieder wunderbare Welten zu machen, zu kreieren. Doch momentan sind sie es nicht, ganz und gar nicht. Ich kann sagen was ich will, ich spielen wie ich will, mir vormachen wie ich will, anderen vormachen wie ich will. Die Sonne scheint so schön heute und doch bin ich traurig, so unendlich traurig. So müde, so unendlich müde.

"Ja, dann geh doch raus unter die Leute, unternimm was!"
Kluger Rat. Er gehört schon längst zu meinem Plan. Doch wenn man keine Gelegenheit hat das zu tun, was will man dann tun? Wenn man zum Beispiel an den Tagen spät arbeitet, wo was stattfinden wo man hingehen könnte, was will man dann tun? Die Arbeit ist das einzige was mich einigermaßen am Leben hält. Doch was für eine Qualität ist das schon? Ich lebe für die Arbeit, ich lebe momentan nur für sie und für gute Taten. So wenig wie ich sie begehen kann, ich dürste. Meine Lebensquelle, ohne gute Taten ab und an bin ich nichts. Denn sonst habe ich nichts zu bieten ausser mich selbst. Ein selbst dass nicht wegkommt von der Stelle und sich nicht präsentieren kann. Denn die Arbeit vereinnahmt alles. Und bald auch wieder das lernen und der Besuch an der Uni. Was will Mann denn dann tun? Die Kraft geht flöten, die Motivation, das Innere geht verloren in den unendlichen Tiefe des eigenen Chaos und der Schrei der Seele bleibt ungehört. Weil man den anderen nichtmehr vertraut, sich nicht anvertraut. Aus Gewissen und aus Verletzung.

Da ist so langsam nichts mehr. Schon bald ist es wohl soweit. Meine einzige Hoffnung ist der Plan und das durchstehen. Das einzige... was ich am meisten fürchte: Dass ich trotz neuer Freunde keine Verbindung mehr schaffe. Anzeichen gibt es schon, es macht mir Angst. Denn dann würde es bedeuten, dass ich in diesem Zustand keine Chance habe die Einsamkeit zu besiegen. Oh Vater, Oh Mutter vergebt eurem Kind...

Ich ahne es. Schon bald, da endet es. Auf die eine, oder auf die andere Weise. Alles Endet, alles wird enden. So oder so. Und dann übergehen in ein neues Leben, in einen neuen Zyklus. Aufdass er sich nicht wiederhole.
Ich kann bisher tun was ich will, wieviel ich will. Doch diese Leere kommt immer wieder, immer wieder. Was tun? Ich weiss kein Rat? Nein, ich weiss ihn wirklich nicht. Es gibt nichts mehr was die Schmerzen heilt oder lindert. Sie kommen immer öfter, egal wie es draussen ist. Der Plan... das einzige was mir helfen kann im moment. Ich negiere nicht die Möglichkeit, dass in Zukunft sich neues eröffnet. Ich will diese Dinge nicht aufgeben, egal wie es mir geht.
Die Dinge ändern sich. Ich änder mich. Und besonders jetzt ist es schmerzvoll. So unendlich schmerzvoll. Und keiner hilft. Keiner kann helfen. Es ist auch meine Schuld, weil es mir unangenehm ist mich zu öffnen. Ja, meine Schuld.... alles meine Schuld... meine Verantwortung... das Leben... die Taten... alles ist wohl die eigene Verantwortung? Ist das nicht das was verantwortungslos ist?

Ja, das ist keiner. Weil keiner helfen kann. Weil niemand mehr die Schmerzen lindern kann. Und weil es nicht, so muss man sich distanzieren. Sie müssen, denn sonst gehen sie mit mir drauf und dahin. Und das ist gut so dass dies soweit nicht kommt. Es reicht wenn ich dahingehe... auf die eine, oder andere Art und Weise...




Mittwoch, 5. September 2012

Kakophonie

Ich schaue in die Nacht
starre
Schaue hinaus in die Nacht
allein
Singe hinaus in die Nacht
ein kleines Echo
aus einer Finsternis
mein Sturmherz erwacht

Es pocht ganz laut
in meinen Träumen
Die Lebenskraft entzogen,
wie ein böser Dämon
in absichtlicher Liebe gebadet

Donnerschwall
Blitzkeil
Alles und Alles
Alles und doch nicht das
was ich brauch
Wie lange noch?
Wie lange noch?
Wie lange noch...
Ich versuche und mache bereits
Ich schaue nichtmehr in die Nacht,
ich starre
ich singe

Und doch behindert es mich,
meine Zeilen eine eigene Kakophonie
Schreien nach Sodom und Gomora
fürchten aber nichts mehr als die beiden...

Ein Loch in mir ist erwacht,
es zehrt es zehrt
es sucht es sucht
Es weiss was es weiss was,
doch geht es nicht
Rufe nach Hilfe,
doch muss ich selber gehen
Alleine kann ich es nichtmehr
Alleine ist nichtmehr

So allein so allein
So allein
Alle Gedanken die ich hier schreib,
kein Gedicht
Alles was ich hier fühle geschrieben steht
Eine Kakophonie
Kein Gesang für mich
Eine Träne über der Wange
Ein jucken im Kopf,
im Hirn

Zum Glück hab ich die Flamme bei mir,
das nahezu lebendigste
neben mir



Sonntag, 26. August 2012

Das kleine Ich


Es war einmal
Es war einmal ein Ich
Das Ich,
es war einmal
Das Ich,
es wollte nicht alleine sein
Doch das Ich,
es suchte die Einsamkeit

Das kleine Ich,
es dachte die anderen sind Schuld
Das kleine Ich,
es dachte die Wunden heilten nie
Doch sie heilten
Das kleine Ich,
es riss sie immer selbst auf
Es war einmal ein Ich,
dass sich wünschte

Das kleine Ich,
es baute sich Krücken
Doch die Krücken hielten nie,
das kleine Ich fiel hin
und immer wieder hin
Das kleine Ich vermisste es,
von anderen gestützt zu werden,
aufgebaut zu werden
Doch merkte das Ich nie,
dass es nie gewusst hat
wie man die Hand ausstreckt

Das kleine Ich realisierte nie,
dass es nie aus seiner Welt entkahm
Es dachte vieles aus,
hauptsache die Last liegt nichtmehr so groß
Doch merkte es nicht,
wie so sich die Last nur häufte
Das kleine Ich schrie hinaus,
doch der Schrei erreichte niemanden mehr
So schrie es sich aus,
bis die Kehle zerbarst

Versunken in Schuldgefühlen,
in Normen der Gesellschaft
Unfähig sich zu befreien,
die Kraft dafür existiert schon lange nichtmehr
Das kleine Ich,
es hofft auf ein Wunder
Denn es ist voller Angst
Angst davor allein zu sein,
davor hatte es schon immer Angst
Und so realisierte es nicht,
dass mit jedem Jahr,
diese Angst
wahrhaftig
wurde

Freitag, 24. August 2012

Gelächter


Gelächter,
Lacher
ganz laut
Im Kopf ganz still,
das Gewissens schrumpft
schrumpelt dahin
Gelächter,
sie lachen ganz laut
weisen mich zurecht

Ich heisse sie willkommen,
denn dann bin ich nicht allein
Auch wenn sie mich
zusammenschreien
Mich zu beherrschen versuchen,
mich auszulachen versuchen
Ganz laut lachen,
mir verbieten,
von mir viel
mehr erwarten

Es will raus,
immer mehr und mehr
Das Gelächter weiss,
ich kann schon bald
nichtmehr
Der Fluch der Schwäche,
deswegen darf ich nicht schreiben
nicht denken
Deswegen Gelächter laut,
ganz laut

Die Schwäche,
sie treibt mich
Das Gelächter,
in den
Wahnsinn

So zieh die Vorhänge zu,
versteck dich
spiel auf hart,
aufdass dich der Wahnsinn
nie zu finden
vermag










Donnerstag, 23. August 2012

Ganz langsam

Mein Arm bewegt sich langsam
langsam
lang...
Ich sehe die Bilder,
wo er noch eben war
Sie waren wahr
wahr...

Die Zeit wird immer langsamer
langsamer
lang...
Die Bilder verschwimmen ineinander,
sind ganz nah beieinander
Wie im Rausch,
im Rausch
Rausch...

Die Stimmen werden lauter,
lauter
laut...
Sie verwirren mich und
einander
Ganz langsam
langsam
lang...

Es fühlt sich an,
wie Statik
Mehr und mehr
und mehr
mehr...
Ich fange an mich selbst,
mehrfach zu sehen
Da sind sie,
meine Phantome
Phantome...
Ganz lahm,
langsam in der Zeit

Und wenn sie wieder schneller geht,
dann verschwinden sie,
die Nachbilder
Welche waren ganz nah
beinander.

Oh mein Tagebuch


Oh mein Tagebuch mein Tagebuch,
was erzählst du mir denn für n Schmu?
Was willst du nur was willst du nur,
sagte ich das nicht schon genug?
Oh mein Tagebuch,
du bist nichtmal Handschriftlich verfasst
Sondern Tippschriftlich,
mit elektronischen Lettern
Wofür hab ich dich erschaffen?
Es ist wie immer,
wie immer
und immer

Fristest du dein Dasein hier allein,
mein Tagebuch
Wollts ja für mich schreiben,
ich mach dir kein Vorwurf
Und doch schmertzt es mir,
dass niemand ausser mir
zu dir dich gesinnt
Sei froh dass du hast kein Blut,
welches in den Adern gerinnt

Und doch bin ich dankbar,
dass ich dich erschuf
Dir erzähl ich so gut wie alles,
denn du kriegst nie genug
Du urteilst nicht,
aber gibst auch kein Rat
Was nicht schlimm ist,
denn guter Rat
und treues Gehör,
frei von Missbehagen,
ist bei mir schon wahrlich rar

Und wer weiss
Vieleicht werde ich bald gestört genug,
dass du annimmst Gestalt
Mich begleitend und annehmend ein Gehör,
annehmend eine für mich hörbar Stimme
Fühlbar Berührung
Mir erfüllst meine sehnlichsten Wünsche
Dafür dann,
werde ich gern gestört
Dann ist mir egal,
ob du nur Illusion
Denn die Illusion,
die ziehe ich vor,
dem schon unerträglich Schmerz
der Jahrelang Einsamkeit,
dem Schmerz der Unfähigkeit
Verbindungen die da sind zu fühlen

Oh mein Tagebuch mein Tagebuch
Der Schmerz wird größer,
meine Verzweiflung auch
Ich bitte dich,
werd lebendig
für mich
Ich halt
den ganzen Schmerz
der Jahre
nichtmehr
lange
aus

Mittwoch, 22. August 2012

Der Spiegelraum

Warum schreib ich hier nochmal?       Achja, für mich
Warum leb ich hier nochmal?              Achja, für mich
Warum existiere ich nochmal?            Achja, für mich

Schreibst du wirklich für dich?           Naja, eigentlich nicht
Lebst du wirklich für dich?                 Naja, eigentlich nicht
Existierst du für dich?                         Naja, eigentlich nicht

Willst du für dich schreiben?              Nun, eigentlich schon
Willst du für dich leben?                    Nun, eigentlich schon
Willst du für dich existieren?             Nun, eigentlich schon

Warum schreib ich nicht so?              Na, weil ich unerlich bin
Warum leb ich nicht für mich?          Na, weil ich Halt brauche
Warum existier ich nicht für mich?   Na, weil ich mir selbst nie genug bin

Bist du wirklich unerlich?                 Ja, glaub ich zumindest
Brauchst du wirklich Halt?               Ja, glaub ich zumindest
Bist du dir selbst nie genug?             Ja, glaub ich zumindest

Also schreibst du,                                 
weil du Halt brauchst                        Ja, dies sicherlich
Also lebst du für andere,
weil du den Halt verlierst                 Ja, ich denke schon
Also existierst du für andere,
weil du es für dich nicht kannst       Ja, leider schon

Also schreibst du nicht für dich,
weil du unerlich bist                        Nun, scheinbar schon
Also lügst du hier                            Nur mich selbst
Also lebst du nicht für dich,
weil du dich fürchtest                      Nun, offensichtlich ja
Also fliehst du hier                          Nur vor mir selbst
Also existierst du für andere,
weil du mehr als du sein willst       Leider schon
Du hast also nie gelernt,
dich selbst wertzuschätzen             Scheinbar, leider schon

Warum schreibst du dann?             Weil ich erlich werden will
Warum lebst du dann noch?           Weil ich für mich zu leben lernen will
Warum existierst du dann noch?    Weil ich Spuren in meinem Wahn hinterließ

Warum will ich denn erlich sein...
Warum will ich denn am leben sein...
Warum will ich den existent sein...

Weil ich wachsen will.
Weil ich einfach nur Liebe finden will.
Weil ich Bedeutung erfahren will.